Die ersten sechs Lebenswochen sind eine Phase außergewöhnlich schneller Entwicklung. Aus einem vollständig abhängigen Neugeborenen wird allmählich ein aktiverer, neugieriger und zunehmend sozialer junger Hund.
Zu Beginn sind Wärme, das Säugen und die Mutter für das Überleben entscheidend. Mit der Entwicklung der Sinne und der Motorik beginnen die Welpen, ihre Umgebung zu erkunden, mit ihren Geschwistern zu interagieren und die Grundlagen ihres Sozialverhaltens zu entwickeln.
Dabei ist wichtig zu wissen, dass sich nicht jeder Welpe exakt nach demselben Zeitplan entwickelt. Die folgenden Wochen sind allgemeine Entwicklungsrichtlinien und keine starren Fristen.

Woche 1 Geburt und Erstarken
Während der ersten Lebenswoche sind die Welpen vollständig von ihrer Mutter abhängig. Sie werden mit geschlossenen Augen und Ohren geboren und können ihre Körpertemperatur noch nicht ausreichend selbst regulieren.
Die meiste Zeit verbringen sie mit Schlafen und Säugen. Ihre Welt ist in dieser Phase noch sehr klein: die Wärme und der Geruch der Mutter, ihre Milch und die Nähe der Geschwister.
Die Mutter übernimmt eine entscheidende Rolle. Sie sorgt für Wärme und Nahrung, reinigt die Welpen und regt sie zur Ausscheidung an. Gleichzeitig sollte der Züchter Gewicht, Verhalten und Allgemeinzustand jedes einzelnen Welpen beobachten.
Das Wichtigste in dieser Phase: Wärme, Kolostrum, regelmäßiges Säugen, Schlaf und tägliche Kontrolle.

Woche 2 Augen und Ohren beginnen sich zu öffnen.
Um die zweite Lebenswoche beginnen wichtige Veränderungen. Bei den meisten Welpen öffnen sich die Augen ungefähr zwischen dem 7. und 14. Lebenstag, während sich auch das Hörvermögen zunehmend entwickelt.
Zu diesem Zeitpunkt können Welpen noch nicht so sehen und hören wie erwachsene Hunde. Ihre Sinne entwickeln sich erst, und ihre Bewegungen sind noch unsicher. Sie bleiben weiterhin eng bei ihrer Mutter und ihren Geschwistern.
Gleichzeitig werden sie aufmerksamer und beginnen, sich auf die Beine zu stemmen. Die motorischen Fähigkeiten verbessern sich in den folgenden Tagen schnell.
Damit beginnt der Übergang von der vollständig neonatalen Phase zu einer aktiveren Wahrnehmung der Umwelt.

Woche 3 Die Sinne werden aktiver.
Während der dritten Lebenswoche werden die Welpen zunehmend aufmerksamer gegenüber ihrer Umgebung. Seh- und Hörvermögen entwickeln sich weiter, und sie beginnen, Geräusche, Bewegungen, Menschen und Veränderungen in ihrer Umgebung wahrzunehmen.
Auch die Motorik verbessert sich. Die Welpen können sicherer aufstehen und sich bewegen, während der Kontakt zu den Geschwistern immer wichtiger wird.
Dies ist eine wichtige Phase für die Entwicklung des Sozialverhaltens. Der Kontakt zur Mutter und zu den Geschwistern bildet die Grundlage für das Erlernen der hündischen Kommunikation.
Jeder Tag bringt etwas mehr Wahrnehmung, Bewegung und Neugier.

Woche 4 Spazierengehen, Erkunden und Spielen
Um die vierte Lebenswoche werden die Welpen deutlich beweglicher. Das Laufen wird sicherer, sie beginnen ihre Umgebung zu erkunden und verbringen immer mehr Zeit mit ihren Geschwistern.
Spiel wird nun zu einem wichtigen Bestandteil der Entwicklung. Durch gegenseitiges Jagen, sanftes Raufen, Greifen und Maulspiel lernen die Welpen zunehmend, mit anderen Hunden zu kommunizieren.
In dieser Phase beginnt auch ein wichtiger Übergang bei der Ernährung. Mit zunehmender Reife kann geeignete feste Nahrung schrittweise eingeführt werden, während die Muttermilch weiterhin eine wichtige Rolle spielt.
Die Umgebung sollte sicher, sauber und interessant genug für Erkundungen sein, ohne die Welpen zu überfordern.

Woche 5 Mehr Spiel und soziales Lernen
In der fünften Lebenswoche werden die Welpen zunehmend aktiver und sicherer in ihren Bewegungen. Das Spielen mit den Geschwistern wird zu einem wichtigen Teil ihres Alltags und hilft ihnen, die Kommunikation mit anderen Hunden zu lernen.
Durch das gemeinsame Spiel entwickeln sie zunehmend die Beißhemmung, lernen auf die Reaktionen anderer Welpen zu reagieren und verstehen erste Formen der hündischen Kommunikation.
Auch die Umgebung wird immer interessanter. Sichere, ruhige und positive neue Erfahrungen sind daher in dieser Entwicklungsphase besonders wertvoll.

Woche 6 Neugier und zunehmende Unabhängigkeit
In der sechsten Lebenswoche werden die Welpen noch neugieriger, aktiver und ausdrucksstärker. Auch individuelle Charakterzüge werden zunehmend sichtbar — manche Welpen sind besonders mutig und abenteuerlustig, während andere ruhiger oder vorsichtiger sind.
Sie verbringen mehr Zeit damit, ihre Umgebung zu erkunden, mit ihren Geschwistern zu spielen und auf Menschen und verschiedene Geräusche zu reagieren.
Dies ist eine wichtige Phase für eine positive Sozialisierung. Neue Erfahrungen sollten schrittweise und ohne unnötigen Stress vermittelt werden, damit der Welpe lernt, dass seine Umgebung sicher und vertraut ist.






